... dann trifft sich der Ökumenische Jugendrat in Österreich in Platt, einem schmucken Dorf nördlich von Hollabrunn, zu einem konstruktiven Klausurwochenende. Ein Rückblick auf arbeitsintensive, wegweisende und bereichernde Stunden am 17. und 18. April 2009.
Platt, ein charmanter kleiner Ort in einer der wasserreichsten Regionen Österreichs, war Treffpunkt des diesjährigen Klausurwochenendes. Wenngleich nur wenige Vorstandsmitglieder der Großstadt Wien zu entfliehen vermochten, um inmitten der hügeligen Landschaft des Weinviertels konstruktiv ökumenisch zusammenzuarbeiten, so waren doch ein Großteil der im ÖJR vertretenen Organisationen mit zumindest einer Person anwesend.
Gemäß dem Motto »Wo zwei, oder drei, in meinem Namen versammelt sind ...« wurde am frühen Freitagnachmittag nach einer kurzen Einstimmung und der für die Region passenden Bibelstelle Die Frau am Jakobsbrunnen (Joh. 4, 5ff.) mit der Arbeit begonnen.
Der Ökumenische Jugendrat als Quelle lebendiger ökumenischen Zusammenarbeit von Jugendorganisationen hatte bereits in den regulären Vorstandssitzungen ein breites Spektrum an essenziellen, für die weitere Zukunft wichtigen Themen zusammengespart, die in der benötigten Ausführlichkeit nur im Rahmen dieser Klausur aufgegriffen und bearbeitet werden konnten:
Ein straffes Programm, das von allen anwesenden Vorstandsmitgliedern mit Geduld, Humor und Bravour absolviert wurde.
Die Pausengestaltung des ersten Tages war ein Besuch der Kirche mit dem zuständigen Kaplan, einem dynamischen und engagierten Mann, der all unsere Fragen nach dem Interieur und den geschichtlichen Entwicklungen zu beantworten wusste.
Die Kirche - ein ungewöhnlich großer Bau für den kleinen Ort Platt - ist primär dem Heiligen Ulrich gewidmet. Im Kirchenraum selbst findet sich ein auf den ersten Blick befremdlich wirkender Mix aus verschiedensten Bildern, die erst in dem Zusammenhang ihrer Geschichte verstanden werden können. Nichts desto trotz sind sie Abbild einer überdimensional großen Kirche, der so manchem Pfarrer sowie so manche(r) Einheimische ihren ganz individuellen und speziellen Charakter verdankt. Wir, der Ökumenische Jugendrat in Österreich, bedanken uns für die Führung!
Zweites Highlight - zugleich Abendgestaltung und Fixpunkt auf unserer To-do-Liste - war zweifellos unser Liederabend, der den ersten Arbeitstag auf höchst angenehme Art und Weise bis tief in die Nacht verlängerte. Auf der Suche nach in allen Religionsgemeinschaften bekanntem Liedgut, das gemeinsam gesungen werden und/oder leicht erlernt werden kann, wurde es ein (im wahrsten Sinne des Wortes) stimmungsvoller Abend, dessen Ergebnis eine Fülle an Liedern ist, dessen Vielzahl und Vielfältigkeit zu überraschen vermag.
Mit einem Lied auf den Lippen und fast heiseren Stimmen schlüpften die nach Platt angereisten Vorstandsmitglieder - ganz in jugendlicher Manier - in ihre Schlafsäcke, um am nächsten Tag nach dem Frühstück und dem Morgengebet abermals konstruktive Vorschläge zu erarbeiten, die in der kommenden Vorstandssitzung zur weiteren Diskussion sowie zum Beschluss vorgelegt werden.
Die arbeitsintensive Klausur endete am Samstag, 18. April, mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem auch persönliche wie theologische Themen, die trotz umfangreichem Programm stets Platz fanden, weitergeführt wurden.
Auch dieser Aspekt, so marginal er klingen mag, ist überaus zentral: Die unterschiedlichen Ansichten lassen sich in dieser gemütlichen wie freundschaftlichen Atmosphäre besser erörtern als in den zeitlich stark begrenzten Vorstandssitzungen. Schwierigkeiten und Gemeinsamkeiten werden aufgedeckt, so manche theologische Ungereimtheit gelöst und theologische Mythen enthüllt, Verständnis für die (bisher nicht nachvollziehbaren) Positionen der anderen Religionsgemeinschaften geschaffen, persönliche Freundschaften geknüpft und vertieft, sowie ein produktives Arbeitsklima für die kommenden Sitzungen geschaffen.
Die (auf allen Ebenen: persönlich, theologisch wie ökumenisch!) vielfältigen Ergebnisse unserer Klausur in Platt tragen wir voller Stolz zurück nach Wien und in den Gesamtvorstand des Ökumenischen Jugendrates in Österreich.
Die anwesenden Vorstandsmitglieder - Sylvia Berger (Vorsitzende, KJÖ), Martin Siegrist (Kassier, Evangelisch-methodistische Jugend), Esther Scheuchl (EJ A.B.), Markus Muth (KJÖ) und Sylvia Pilar (AKJU) - werden den Schwung und Elan sowie die Arbeitsmotivation in die Arbeit des ÖJR hineintragen.
Die Gesänge und konstruktiven Stimmen sollen nicht ungehört verklingen, sondern in die praktische Jugendarbeit und die Welt hinausgetragen werden. An Ideen, Vorschlägen zur Umsetzung und Motivation mangelt es keinesfalls, denn der Ökumenische Jugendrat ist der Quell lebendiger ökumenischen Zusammenarbeit von Jugendorganisationen in Österreich.
Sylvia Pilar
Jugendbeauftragte der Altkatholischen Kirche Österreich