Sprüche 8, 22-31
Dreifaltigkeitssonntag, 6. Juni 2004
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»A Idee müsset ma håb'n!«
Wir kennen das. Es steht etwas an. Es gehört endlich etwas erledigt. Egal ob großes Projekt oder alltäglicher Kleinkram. Da ist der Anspruch tätig zu werden, Entscheidungen zu treffen, etwas anzupacken, hinter sich zu bringen ... Es könnte schon längst geschafft sein - leider fehlt noch die zündende Idee, das Konzept, der Plan. Und so wird hin und her geschoben, probiert, wieder sein gelassen. Entwürfe landen zerknüllt in den Papierkörben unserer Phantasie ...
»A Idee müsset ma håb'n!«
Im biblischen Buch der Sprüche ist an dieser Stelle die Rede von der Weisheit. Ganz und gar nicht abstrakt sondern als leichtfüßige Person tanzt sie uns hier vor der Nase herum, vor dem Werk, das noch nicht begonnen wurde. Spielerisch und voller Freude darüber, dass da gleich mächtig viel los sein wird. Und ziemlich selbstbewusst, denn bevor irgendetwas beginnt, ist sie da: sie, die Weisheit - das Wissen - die Vorstellung - die Idee! Offensichtlich braucht auch Gott so eine Person vor sich, um mit dem klarzukommen, was er sich als Aufgabe gestellt hat: Ordnung ins Chaos zu bringen, Himmel und Erde zu schaffen. Denn ohne eine kluge Idee geht da gar nichts. Und wahrscheinlich ließ er diese seine Ideen auch eine gute Zeit lang über den brodelnden Urfluten schweben (Gen1:2), bevor er dran ging, daraus ein brauchbares Weltmodell zu erschaffen. Schließlich soll es ja ein gutes Werk werden, was ja nichts anderes heißt, als dass Idee und Ausführung gut zueinander finden müssen.
»A Idee müsset ma håb'n!«
Noch ein Schritt weiter: Es ist ja nicht so, dass wir so gar keine Ideen hätten. Oh nein - wir haben eigentlich viele Ideen: Was wir im Leben alles erreichen wollen ... wie unser(e) Traumpartner(in) sein sollte ... womit wir uns gerne ein persönliches Denkmal setzen würden ... was aus unseren Kindern einmal wird ... was in der Welt eigentlich ganz anders zu regeln wäre ... wie wir agieren würden, hätten wir endlich einmal viel Geld zur Verfügung ... Mitunter haben wir Schwierigkeiten mit dem Ordnen unserer Ideen. Was ist eigentlich wichtig? Was macht Sinn? Womit verirren wir uns womöglich? Was ist ausgemachter Blödsinn? Viele Ideen können lähmen. Dann sitzen wir da, und tausende Ideen wetteifern vor nicht angefangenen Dingen und mit der Zeit schleicht sich Panik heran, dass möglicherweise Chancen vertan werden.
Gott geht mit seinen Ideen beispielhaft um: Einmal lässt er sie schweben, dann wieder spielen. Das ist Ausdruck von Freiheit. Ideen lassen sich letztlich nicht verzwecken, sie brauchen Raum für Entfaltung, sie brauchen Anregung durch Material, sie brauchen schöpferische Lust. So kam es wohl nicht zufällig zu diesem Bild, dass der Schöpfergott gleichsam ein personales Gegenüber in seinem Geist hat, das eigenständig agieren muss und dessen weiser Führung er sich anvertrauen kann, um letztlich in seinem Vorhaben gut weiterzukommen.
Ideen sprießen lassen - eine Anregung für die Arbeit in der Kindergruppe
Meine Sandkastenwelt:
Mit wenig Aufwand lässt sich auch im Gruppenraum einmal ein Sandkastenexperiment wagen. Zumeist besitzen Tische an der Unterseite seitliche Verstrebungen. Wenn man so einen Tisch einfach umdreht und auf einen anderen Tisch draufstellt, hat man schon eine Art Holzkiste vor sich, in die man einen oder zwei Säcke feinen Spielsand (-> aus dem Bauhaus) schüttet.
Schon kann es losgehen: Die Mädchen und Buben bekommen zusätzlich einen Sack voller Kleinkram (z.B. Figuren und Spielzeug aus dem Inneren von Überraschungseiern odgl.) und werden gebeten, damit in dem Sandhaufen eine Welt zu bauen, in der sie selbst einmal gerne leben würden ...
Das funktioniert dann im Ablauf folgendermaßen:
Otto Kromer ist Bildungsreferent der Katholischen Jungschar Österreichs