Wie leicht fällt es uns oft als Christen zu sagen, dass wir unser Engagement in der Kirche/Gemeinde nur für Gott machen. Wir geben alles und mehr - für IHN natürlich, nicht um uns durch unsere Taten den Himmel ein Stück weit mitzuverdienen und Jesu Tod damit als nicht ausreichend bloßzustellen (...) und brennen aus ...
Wir leben ein perfektes christliches Leben, sind freundlich und geduldig gegenüber jedem, sagen so gut wie niemals nein, wenn es gilt jemandem einen Gefallen zu tun oder zu helfen, lügen nur wenn wir sonst etwas Negatives sagen müssten und bringen niemanden um. Wir sind immer voller Optimismus, um sozusagen der übrigen Welt zu beweisen, dass man als Christ ein leichtes, unbeschwertes und gesegnetes Leben genießen darf, wenn, ja wenn man sich an seine Gebote hält. Wir führen aller Welt vor, dass es dem, der sich an Gottes Spielregeln hält, gut geht, ja unbedingt gut gehen muss! Falls einem dann einmal nicht alles gelingt, wenn man nicht die beste Laune hat, dann überspielt man das für die anderen Menschen und um Gott ein wenig zu helfen ...
Paulus nennt diesen Versuch vor Gott gerecht zu werden, indem man Gutes tut und sich an alle Gebote hält - mit ihm sozusagen ins Reine zu kommen, Gerechtigkeit nach dem Gesetz. (Röm. 9, 31+ 32) und kritisiert diesen vergeblichen Versuch.
Dagegen hält er die Glaubensgerechtigkeit hoch. Doch was ist das? Was müssen wir tun, um diese zu erlangen? Unser Text beschreibt die Gerechtigkeit aus dem Glauben näher. Wir lesen, dass sie »das Wort« nahe an »Herz und Mund« hält. (Röm. 10, 8) Im ersten Kapitel des Johannesevangelium wird Jesus Christus selbst als das fleischgewordene Wort bezeichnet. Das Herz steht für unser Innerstes, für das was uns ausmacht, unsere Gefühle, Gedanken und unsere Existenz.
Jesus Christus ist der einzige, der in der Lage war, alle Gebote Gottes einzuhalten und nach dem ganzen Gesetz zu leben. Paulus stellt nun ganz deutlich klar, wenn wir Jesus Christus, den Sohn Gottes, der Mensch wurde, um nach allen Spielregeln Gottes zu leben und für alle unsere Fehltritte einzustehen, d.h. unverdient an unserer Stelle zu sterben, um den Tod, und somit dessen Meister, zu besiegen, zu unserem Lebensinhalt machen, IHM vollständig vertrauen und das auch offen sagen/bekennen, dürfen wir uns Gottes Kinder und Erben des Himmelreiches nennen. Wir dürfen unser Recht auf Gottes Gegenwart, Trost und Bewahrung, sowie das Recht auf Vergebung all unserer Fehler und ewiges Leben beanspruchen. (Röm. 9-11+13)
Dabei wird nun nicht (mehr) unterschieden zwischen Juden oder Heiden. Gott gibt jedem die Möglichkeit, durch den Glauben an seinen Sohn, zu ihm zu kommen. (Röm. 10, 12) Er liebt uns alle gleich, ob wir nun katholisch, evangelisch, baptistisch, ... sind. ER wünscht sich nichts mehr, als das wir zu ihm zurück kommen!
Esther Scheuchl von der Evangelischen Jugend A.B. studiert Theologie in Wien.