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Matthäus 5, 13-16
Sonntag, 6.2.2005
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»Unser Salz - Gott erhalt's!« Das weiße Gold galt in unseren Breiten immer schon als kostbares Gut. Ähnlich das Licht. Vor allem in Zeiten wo die Nächte lang und kalt sind - und sich die Sonne nur zwischendurch ein wenig zeigt. Die Bilder, die Jesus im Gespräch mit seinen Jünger(inne)n verwendet, erscheinen klar, ausdrucksstark und gut verständlich. Auffallend ist die selbstverständliche und bedingungslose Zu-Mutung an seine ZuhörerInnen: »Ihr seid Salz!« und »Ihr seid Licht«. Keine Rede davon, dass man solches erst werden müsste, oder gar nur wenigen vorbehalten ist. Ein Talent des Menschen also?
Für Jesus ist es selbstverständlich, dass die, die ihm zuhören, Salz und Licht sind. Wenn wir aus dem kurzen Text noch eine Art Mahnung heraushören wollen, dann vielleicht die Sorge darum, dass dieses Talent Salz oder Licht zu sein, durch falschen Gebrauch verloren gehen könnte: Ein Licht unter einen Kübel gestellt wird vermutlich aus Mangel an Sauerstoff verlöschen, und schlecht gelagertes Salz verliert seine würzende Kraft.
Jesus sagt also den Menschen, die um ihn herum sind: »He, - Du und Du ... und Du hast das Zeug dazu Salz für die Erde und Licht für die Welt zu sein!« Verbunden damit ist natürlich die Aufforderung, etwas mit diesen Talenten zu tun - sie also nicht einfach vergammeln zu lassen.
Salz ist zweifellos unverzichtbare Würze: Nur eine kleine Prise davon - und der Geschmack von Speisen ändert sich bedeutend. Zuviel Salz schadet: was einmal versalzen wurde, das kann man kaum noch mit Genuss essen. Beim Licht ist es ähnlich: Schon ein wenig Licht gibt in der Dunkelheit Orientierung. Zuviel und zu helles Licht kann blenden und die Orientierung verhindern.
»Du bist Salz! Du bist Licht!« Die Zu-Mutung Jesu besteht darin, dass er uns Menschen einfach zutraut, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Was könnte das bedeuten? Vielleicht die Erinnerung daran, dass wir Verantwortung füreinander haben, dass wir Menschen es in der Hand haben, ob sich die Welt im Kleinen wie im Großen in die richtige Richtung weiterentwickelt - und dass es tatsächlich an jeder und jedem von uns liegt, und nicht an irgendwelchen finsteren Mächten außerhalb? Der Hinweis, dass Salz seinen Geschmack und Licht seine Leuchtkraft verlieren können, ist so gesehen die Mahnung an uns, nicht so zu tun, als ob uns das alles nichts anginge, was in der Welt und zwischen Menschen geschieht. Sich zurückzulehnen, und darüber zu jammern, wie schlecht und schrecklich alles geworden wäre - das ist nach Jesu Bild kraftloses Salz und Licht unter dem Kübel. Salz und Licht sein heißt aufstehen, heißt unangenehme Fragen stellen, heißt Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit, heißt Widerstand gegen Mächtige, die ausbeuten und unterdrücken ...
Für die Arbeit in der Kindergruppe: (Material: Ein kleines Fässchen Meersalz [grobkörnig], mehrere Teelichter, ein Plakat mit den Umrissen der Weltkugel)
Wichtig: Die Vorschläge, die die Kinder machen, sind ihre eigenen - subjektiven - Übersetzungen von Salz und Licht. Es wird wahrscheinlich unterschiedliche Sichtweisen und dementsprechend verschiedene Vorschläge geben. Es ist nicht Aufgabe des Gruppenleiters bzw. der Gruppenleiterin, hier zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, und damit möglicherweise Mädchen und Buben in ihrem Engagement zu entmutigen.
Otto Kromer ist Bildungsreferent der Katholischen Jungschar Österreichs.