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Bibelstelle

Markus 12, 38-44
Sonntag, 12. November 2006
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Gedanken zum Text

Der Anfang dieser Bibelstelle wird oft zitiert. Man soll nicht sein wie die Schriftgelehrten und lieber im Geheimen zu Gott beten. Mein Freund, der übrigens evangelisch ist, sagt mir dann immer wieder noch seinen Lieblingsausspruch von Luther dazu »nur der Glaube allein«, was für ihn so viel heißt wie: man braucht nicht in die Kirche zu gehen, beten kann man sonst auch überall.

Prinzipiell stimme ich da mit ihm ja auch überein. Aber für mich klingt es oft als wäre es einfach nur eine gute Ausrede, um nicht zum Gottesdienst zu gehen. In der römisch-katholischen Kirche ist hingegen ganz klar, dass das gemeinsame Beten und Feiern einen sehr hohen Stellenwert hat. Alleine zu beten, ist natürlich auch nicht schlecht! Aber die Kirchengemeinde hat quasi noch verstärkende Wirkung.

Zum zweiten Teil (man könnte Mk 12, 41-44 auch alleine als Kurzfassung lesen) fallen mir neben vielen G'schichteln über Knöpfe im Klingelbeutel auch viele nicht-materielle Gaben ein. Speziell denke ich dabei an 72 Stunden ohne Kompromiss. Das war heuer zum dritten Mal eine Aktion der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas.at und Hitradio Ö3. 5000 Jugendliche leisteten jeweils 72 Stunden Arbeit für 350 Projekte in ganz Österreich. Warum mir das gerade jetzt einfällt? Ich war selbst einmal eine dieser Helferinnen und weiß daher, wie schwer es sein kann, sich erstens die Zeit zu nehmen, zweitens noch ein paar Freunde zu animieren mitzumachen und drittens dann die gestellte Aufgabe zu lösen.

Für Jugendliche ist es aus finanziellen Gründen nicht leicht, große Beträge zu spenden - ähnlich wie bei der Witwe. Aber sie können etwas anderes geben. Bei 72 Stunden sind es vor allem Zeit, Elan und Kreativität, die sie für andere Menschen einsetzen.

Methodisch-didaktische Hinweise

Autorin

Sylvia Berger von der Katholischen Jugend ist ehrenamtliche Mitarbeiterin in Wien.

08.11.2006nach oben