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Markus 10, 17-27
Sonntag, 15. Oktober 2006
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Gedanken zum Text

Diese Geschichte gibt mir immer wieder zu denken: Sollte ich vielleicht doch alles zurück lassen? Sollte ich radikal arm leben? Diese Fragen fordern mich heraus, mein Leben kritisch zu überdenken. Gleichzeitig sagt mir der Text aber noch etwas Anderes. Auf diesen anderen Aspekt möchte ich näher eingehen.

Als der Mann als Anrede für Jesus guter Meister wählt, erwidert Jesus etwas Eigenartiges: »Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.« Diese Reaktion zeugt von Jesu unglaublichem Sendungsbewusstsein. Er weiß genau, wer ihn geschickt hat und er vergisst es auch nicht, nur weil ihm jemand gerade schmeichelt. In seiner Antwort verweist Jesus ebenfalls gleich auf Gott. Er zitiert die Gebote, die Gott den Menschen gegeben hat.

Nachdem Jesus erfährt, dass der Mann diese Gebote ohnehin sein Leben lang befolgt hat, gibt er ihm ein weiteres Gebot: Sein Geld an die Armen zu verschenken. Dieses Gebot zeigt, wie Jesus sich die ideale Nachfolge vorstellt. Wer erkannt hat, welchen Schatz er an Gott hat, braucht keine materiellen Reichtümer mehr, sondern ist befreit zu einem Leben in Liebe und Barmherzigkeit.

Dennoch wirkt Jesus nicht erstaunt, verbittert oder verärgert als der Mann traurig weggeht. Er kennt die Menschen. Er kennt uns und er weiß, dass wir nicht so einfach alles aufgeben, was wir für unser sicheres Eigentum halten.

Selbst die Jünger, die alles zurück gelassen haben um Jesu nachzufolgen erschrecken über seine Worte, besonders über seinen Vergleich mit dem Kamel und dem Nadelöhr. »Wer kann dann noch gerettet werden?«, fragen sie sich. Jesus aber verweist wieder auf Gott. Wir müssen uns nicht ständig sorgen, nicht gut genug zu sein für das Himmelreich. Wirklich gut ist Gott allein. Wir dürfen im Glauben leben, dass es für Gott kein Problem ist uns zu retten. Wenn wir in diesem Glauben leben, kann es uns mehr und mehr gelingen, aus der Liebe zu leben, die wir von Gott her kommend spüren. So können auch wir Gutes tun, weil Gott, der in uns wirkt die Quelle des Guten ist.

Methodisch-didaktische Hinweise

Der Text wirft meiner Meinung nach einige Grundfragen auf, die sich Christ(inn)en stellen sollten. Er eignet sich daher gut als Ausgangspunkt für Diskussionen. Fragen, die helfen können einzusteigen oder das Gespräch anzuregen sind:

Autor

Martin Siegrist von der Evangelisch-methodistischen Jugend studiert Theologie in Wien.

19.2.2007nach oben