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Bibel-Klick

Bibelstelle

Johannes 20, 19-31
Weißer Sonntag, 15. April 2007
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Gedanken zum Text

Vorab noch ein römisch-katholischer Gedanke zum Festtag: In vielen Pfarren wird am so genannten Weißen Sonntag die Erstkommunion an Kinder (meist im Alter der 2. Volksschulklasse) gespendet. Sie dürfen dann das erste Mal die hl. Kommunion empfangen. Auch wenn sie sich noch nicht selbst bewusst für ihren Glauben entschieden haben, dürfen sie an der Mahlfeier jetzt ganz teilhaben. (Vor der Erstkommunion werden die Kinder, wenn sie mit ihren Eltern zur Kommunionspendung gehen, mit einem Kreuz auf die Stirn und einem Spruch gesegnet.)

Aber jetzt konkret zur Bibelstelle:
Thomas ist für mich so, wie wir alle heute sind. Es fällt uns schwer, Dinge zu glauben, die wir nicht selbst gesehen oder erlebt haben. Besonders schwer kann es uns da fallen an Gott/Jesus zu glauben. Immerhin gibt es so viele Dinge, die mir auch Heil versprechen, die aber leichter zu fassen sind. Es ist auch oft nicht sehr bequem an Gott zu glauben (am Sonntag in die Kirche gehen; einer von wenigen gläubigen Christen in der Klasse sein und damit schief angeschaut werden, ...) Da wäre es leichter, sich dem Konsum (Handy, PC, Fernseher, Mode, ...) oder auch dem eigenen Ich (»nur ich bin mir wichtig«) hinzugeben. Aber dieses Problem ist auch schon ein sehr altes. Ich denke dabei z.B. an das goldene Kalb in der Bibel.

Umso schöner finde ich es, dass Jesus uns zu Beginn der Bibelstelle ein Geschenk mitbringt: »Friede sei mit euch!« Er weiß, dass wir Angst haben. Er sagt deshalb auch nicht einfach »Hallo!« Für mich hat dieser Friedenswunsch die gleiche Bedeutung wie ein »Fürchte dich nicht«.

Thomas war aber nicht dabei, als die anderen den Geist empfingen. Für ihn war es schwerer zu glauben - er zweifelte. Der Zweifel ist auch heute noch unter uns. Der Philosoph Karl Jaspers schrieb etwa einmal: »Ich glaube nur dadurch, dass ich zweifle, ob ich glaube.« Für ihn ist glauben und zweifeln eng - ja sogar untrennbar - verbunden.

Zweifeln ist also nicht unbedingt schlecht. Auch für mich persönlich gehört dieses Hinterfragen zu meinem Glauben. Und jedes Hinterfragen stärkt auf eine seltsame Weise zumindest einen Teil meines Glaubens.

Jesus versucht nicht nur unseren Zweifel zu besänftigen, er gibt uns auch noch einen Auftrag mit: seine Botschaft verkünden!

Methodisch-didaktische Hinweise

Autorin

Sylvia Berger ist ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Katholischen Jugend und Vorsitzende des ÖJR.

31.3.2007