Die Bibelstelle aus dem Evangelium nach Johannes hat besonders in der jetzigen Zeit eine überaus hohe Aktualität, die vielleicht auf den ersten Blick nicht auffällt.
In einem Gespräch verspricht Jesus seinen Jüngern, dass er zu ihnen zurückkehren und sie nicht verlassen wird. Aber im selben Moment spricht er auch den wichtigen Aspekt der Liebe an: Wer Jesus liebt, der hält sich an die Gebote. Wer Jesus liebt. Der ist in Jesus und Jesus ist in ihm. Wer Jesus liebt, der ist aber auch zugleich in Gott.
Diese unendliche Liebe, welche die Verbindung zwischen Gott, Jesus und den Menschen herstellt, ist besonders heute, in einer Zeit der großen Kirchenaustrittswellen und des Abwendens von der Kirche, aber auch einer Zeit des Nichtglaubens und des Brechens der Gebote sehr bedeutend. Der Hass, der durch Kriege und andere Auseinandersetzungen deutlich wird, hat uns die Liebe, die Jesus uns vorlebt, vergessen lassen. Diese große Zuneigung soll aber nicht nur auf Jesus und Gott beschränkt bleiben, sondern wird durch die 10 Gebote, die der Herr Moses auf dem Berg Sinai gegeben hat, auch direkt auf die Ebene der Menschen gebracht: Wer Jesus liebt, der hält sich an die Gebote. Auch diese scheinen aus dem Gedächtnis der Menschen verschwunden? Wer ehrt noch die Eltern in dem Maße, in dem sie es verdienen, da sie doch alles machen für uns? Wie ist denn das Gebot, dass man nicht morden soll, zu verstehen, wenn überall Krieg, Terror und Angst herrscht? Wie vielen Menschen bedeutet die Ehe, in der man bis zum Tode miteinander verbunden sein soll, denn tatsächlich noch so viel, dass er oder sie keinen Seitensprung wagt, denn man kann sich ja schließlich scheiden lassen!? Wie ist es für Menschen unmöglich, zu stehlen, wenn sie am Verhungern und Verdursten sind, wenn sie keine Gesundheitsvorsorge und keine Perspektiven haben?
All diese Fragen bleiben offen. Gefunden werden muss aber schließlich ein Weg, um an die Liebe zu glauben. Es kann nicht unmöglich sein, denn selbst Jesus hat es uns vorgelebt. Er selbst war der Inbegriff von Liebe und hat es an uns weitergegeben. Durch diese Liebe sind wir direkt verbunden mit Gott und durch dieses starke Gefühl sind wir auch nicht mehr alleine, denn dann ist dort jemand, der uns liebt, der in uns ist und wir in ihm. Wir sollten aber auch neue Wege beschreiten: Öfter ein kleines Danke auszusprechen um damit nicht nur Vater und Mutter, sondern auch anderen die Anerkennung zu zollen, die sie verdienen. Statt mit Messern und Waffen, sollten wir mit offenen Augen, Ohren und Armen aufeinander zugehen, um Probleme sehen, anderen zuhören und das Gegenüber in Freundschaft umarmen zu können. Jeden Tag aufs Neue für die Beziehung, die Partnerschaft oder die Ehe zu kämpfen, was eine Herausforderung ist, die so manches verhindern, vieles retten und etliches schenken kann. Warum nicht einfach probieren? Warum nicht einfach jetzt einen Neuanfang wagen, der Liebe wegen. Weil wir durch die Liebe mit Jesus und Gott verbunden sind, die dann in uns und wir in ihnen sind.
Ich weiß nicht, wo ich es gelesen habe, aber: »mach, dass ich wieder an die Liebe glaube ...«
Sylvia Pilar von der Altkatholischen Jugend studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Wien.