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Exodus 32, 7-11.13-14
Sonntag, 16. September 2007
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Gedanken zum Text

»Was macht's denn da wieder für an Blödsinn!« Kinder sind tagtäglich dem Vorwurf Erwachsener ausgesetzt - und wissen oft gar nicht recht, was sie gerade mal wieder »falsch gemacht« haben. Da ist es dann am Besten, den Kopf einzuziehen und sich irgendwie aus der Schusslinie zu nehmen, wenn eine(r) von den Großen loszupoltern beginnt. Was die alles aufregen kann: lautes Reden beim Spielen, Herumrennen, Balancieren auf Parkbänken, durchs hohe Gras kugeln, sich von oben bis unten pitschnass machen, einander mit Schlamm bewerfen, Elektrogeräte zerlegen, Kaugummis unter die Tischplatte kleben, kleine Männchen auf Hauswände zeichnen, Turnen auf der Teppichstange, Radfahren im Hof, Fußballspielen mit einer Blechdose, zündeln, schnitzen, über Zäune klettern, ... Genervt fragen Erwachsene, warum sich der wertgeschätzte Nachwuchs nicht mit »was Vernünftigem« beschäftigen könnte.

Es ist ein bedeutsames Vorrecht Heranwachsender, nicht vernünftig zu sein. Sich eben nicht einfach so den bestehenden Regeln der Erwachsenenwelt zu unterwerfen. Kindheit und Jugendalter sind Zeiten des Ausprobierens, der Grenzüberschreitung, der Provokation. Zeiten lehrreicher Erfahrungen, die gerade auch aus scheinbar unsinnigen, zweckfreien oder gar verbotenen Aktivitäten entstehen können. Klar, dass Erwachsene gerade dann in die Krise kommen, wenn die eigenen Kinder Regeln missachten oder in ihrem kreativen Tun in Konflikt mit bestehenden Normen des Zusammenlebens geraten. Was treibt die Heranwachsenden dazu, alles (Un-)Mögliche auszuprobieren? Die Neugierde auf die Welt, die Neugierde auf das Zusammenleben der Menschen, die Neugierde auf das Funktionieren der Dinge. Und dazu ein ganz natürlicher Zweifel an all dem, was ihnen Erwachsene darüber bisher berichtet und gezeigt haben. Neugierde und Zweifel am Bestehenden versetzen Mädchen und Burschen in jene heilsame Unruhe, die letztlich dazu führt, dass unsere Welt nicht so bleibt, wie sie ist.

Verständlich, dass Gott »narrisch« wird, wenn sein Volk, das er mit viel Aufwand aus Ägypten herausgeführt hat, nun mit neuen, mit anderen Göttern experimentiert, anstatt sich an den zu erinnern, dem es eigentlich zu Dank verpflichtet ist. Und Mose muss schon recht heftig argumentieren, um diesen zornigen Gott weiter bei der Stange zu halten. Schließlich zeigt Gott Einsicht. Ihn reut das Böse, das er in seinem ersten aufwallenden Zorn dem Volk angedroht hat. Es ist die Einsicht dessen, der den Menschen als seinen Partner in Freiheit erschaffen hat. Es ist letztlich die schmerzhafte Einsicht jeder Mutter und jedes Vaters, dass das Kind seinen eigenen Weg gehen muss, egal wie viel und wie gut er von den Eltern schon vorgezeichnet wurde.

Methodisch-didaktische Hinweise

Für die GruppenleiterInnen-Runde:

Wie deuten wir auffälliges oder störendes Verhalten von Kindern? Jedes Mitglied der Gruppenleiter(innen)-Runde überlegt zunächst für sich ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit, wo es ein Kind aus der Gruppe besonders gestört, genervt, aufgeregt, ... hat: Wenn jede(r) sich diese Szene gut vergegenwärtigt hat, dann sollten ein paar Fragen beantwortet werden:

In einem dritten Schritt erfolgt ein Austausch innerhalb der Gruppenleiter(innen)-Runde. Dabei wird so vorgegangen: Eine(r) erzählt kurz seine/ihre Situation und fasst die gewonnenen Erkenntnisse aus der Beantwortung der Fragen zusammen. Dann beraten alle anderen Gruppenmitglieder die Situation, wobei die/der Betroffene nur zuhört und sich Notizen macht. Zum Schluss kann er/sie der Runde noch ein Feed-back darüber geben, was sie/er an hilfreichen Hinweisen aus dieser Runde mitnehmen kann.

Mit Mädchen und Buben:

»Was ich schon immer wissen wollte ...«

Die Gruppe fertigt sich ein einfaches Kartenspiel. Jedes Gruppenmitglied nimmt sich mehrere vorbereitete Kärtchen und schreibt auf, worauf sie/er zur Zeit besonders neugierig ist. Das können Fragen sein, die das Zusammenleben der Menschen betreffen, das Funktionieren von Gegenständen, die Abfolge von Tätigkeiten, das Wissen über die Welt … immer nur eine neugierige Frage pro Kärtchen, möglichst gut leserlich draufgeschrieben.

Wenn einige Karten zusammengekommen sind, werden sie gut gemischt und als Stapel verdeckt in die Mitte der Runde gelegt. Nun zieht jede(r) reihum eine Karte aus dem Stapel, liest die darauf gestellte Frage laut vor - und erläutert, wie sie/er vorgehen würde, um sie zu beantworten. Hat sie/er einen Vorschlag gemacht, kann in der Runde darüber diskutiert werden, ob es die anderen auch so oder ganz anders machen würden.

(Achtung: Es geht nicht darum, gleich die Antwort auf die gestellte Frage zu wissen, sondern es geht darum, möglichst viele verschiedene Strategien zu überlegen, wie man zu der Antwort kommen könnte!)

Das Spiel kann so lange gespielt werden, solange es Spaß macht - oder bis alle Fragen beantwortet sind, oder bis die Zeit um ist ...

Autor

Otto Kromer ist Bildungsreferent der Katholischen Jungschar Österreichs.

31.8.2007nach oben